Die US-amerikanische Melodic-Hardcore-Band aus New Bedford ist in der Vergangenheit bereits gut herumgekommen. Und auch in diesem Jahr haben sie wieder ein echtes Brett von einer Europa-Tour angekündigt. Bevor ihr euch beim Ruhrpott Rodeo selbst von der Bühnenpräsenz der Jungs ein Bild machen könnt, waren sie so nett, uns ein paar Fragen per Mail zu beantworten.

 
Jake Gravbrot 

Ihr seid schon oft in Deutschland gewesen – habt ihr einen Lieblingsort?
Wenn wir in Berlin sind, erleben wir jedes Mal ziemlich verrückte Dinge in einer Kneipe namens Franken. Aus irgendeinem Grund schießen wir uns dort immer total ab und wachen am Morgen darauf in einem trüben Nebel aus Erinnerungsfetzen auf. Irgendjemand war nackt, richtig? Wirklich sicher sind wir uns der Dinge, die dort passiert sind, im Nachhinein nie. Und überhaupt, hat jemand meinen Affen gesehen?

Auf Achse

Auf eurer anstehenden Europa-Tour werdet ihr 28 Tage unterwegs sein und – bis auf drei Ausnahmen jeden Abend spielen. Welche drei Dinge braucht ihr, um diesen Marathon zu überleben?
1. Unseren Tour-Hund: Frankie "The Juice" paw stance.

2. Feuchttücher. Jede Menge Feuchttücher.
3. Einen lebensgroßen Pappaufsteller von Angus Young.

Wie sieht ein klassischer Off-Day bei euch aus?
Wir versuchen, uns zu entspannen und Spaß zu haben. Einmal waren wir an einem See mit einer Wakeboard-Anlage. Wir haben uns den ganzen Tag herumziehen lassen und versucht, nicht literweise Wasser durch die Nase zu inhalieren. Das war ziemlich cool und tatsächlich nicht so leicht, wie es aussah.

Favourite Scream

Einige von euch haben Kinder. Was gebt ihr ihnen mit auf den Weg, bevor ihr zu einer Tour aufbrecht?
Ich habe kein eigenes Kind, lediglich ein „gebrauchtes“. Ich werde ihm sagen, er soll auf seine Mutter hören und kein Arschloch sein.

Welcher Film, in dem der berühmte Wilhelm Scream vorkommt, ist euer Favorit?
Das ist schwer zu sagen, aber „Resevoir Dogs“ ist definitiv einer der besten.

 

Interview: Diana Ringelsiep

 

Als die Kölner von Alex gefragt wurden, ob sie auf dem Ruhrpott Rodeo spielen möchten, hatten sie gerade mal einen Song veröffentlicht. Mit wie viel Aufregung die sympathischen Indie-Punx von BLENDEN ihrem Auftritt nun entgegenblicken und auf welche drei Dinge sie bei einem Festival nicht verzichten können, haben sie uns im Interview verraten.


Foto: A. Jaeckle

Ihr seid BLENDEN aus Köln und gerade ist eure gleichnamige Debüt-EP erschienen. Wer seid ihr eigentlich und wie ist es zu dem Bandvorhaben gekommen?
Thorsten:
Im Grunde begann es, als ich mit Mathias ein paar Songs, die ich ursprünglich für meine andere Band „ddp“ (Der Dicke Polizist) konzipiert hatte, auf der Akustikgitarre einübte. Mathias, der schon eh und je mit Philipp und Tobi im Rahmen eines Musiker-Kollektivs namens „theOrt“ musizierte, schlug schließlich vor, den Songs eine Bandebene zu geben. Also begleitete ich ihn zu den anderen, um zu sehen, was passiert. Rückblickend ist an diesem Tag BLENDEN geboren.

Mathias: Thorsten kam in den Ort, als wir gerade das Gefühl hatten, dass die Songwriter-Folk-Sachen nicht mehr so ganz das waren, auf das Philipp und ich Bock hatten. Wir wollten mal wieder etwas Lauteres machen. Daher passte es gerade gut.

Indie-Pop-Punk

Entgegen eurer Wurzeln klingt der neue Sound recht turbostaatig. Wo ordnet ihr euch selbst ein und wer wird Freude an eurer Musik haben?
Thorsten:
Turbostaat stehen meines Erachtens für eine Genrerichtung innerhalb des Punkrocks, welche als modern und neuartig bezeichnet werden kann und die Überschneidung zum Indie anzeigt. Wir wollen Musik schaffen, die in den Ohren, aber vor allem in den Köpfen bleibt. Unser Sound spricht das Indie- und Poppergehör ebenso wie das der Punker an.
Tobias: Und das klingt dann vor allem nach BLENDEN. Vielleicht ist es diese Mischung aus Indie und Punk und der Wille zu Melodie, was an Turbostaat erinnert.
Philipp: In unserer Band gibt es sehr vielfältige musikalische Einflüsse, deren Summe uns ausmacht. Ebenso der Drang, uns mit Hilfe von Songs auszudrücken sowie der Spaß an Auftritten.

Im Juli werdet ihr euren bisher größten Auftritt auf dem Ruhrpott Rodeo spielen. Wie habt ihr auf die Bestätigung reagiert?
Mathias:
Das haben wir unserem Song „Für immer“ zu verdanken.

Thorsten: Alex hat sich aufgrund des Videos zu dem Song bei mir gemeldet. Er war begeistert und hat uns deshalb diesen Slot ermöglicht.
Philipp: Als die Sache mit dem Auftritt feststand, hatten wir erst diesen einen Song veröffentlicht. Dementsprechend war die Aufregung schon groß!

Festival-Must-Haves

Was ist das Besondere an einem solchen Festival-Auftritt und worauf freut ihr euch am meisten?
Tobias:
Wir haben schon immer davon geträumt, mal auf einem größeren Festival zu spielen. Dass es dann direkt das Ruhrpott Rodeo geworden ist, ist schon Wahnsinn. Das wird definitiv eines der Highlights unseres Jahres. Sick Of It All waren übrigens mein erstes Konzert, daher freue ich mich auf die besonders. Das Festival ist aber insgesamt sehr gut besetzt.
Philipp: Ich freue mich vor allem auf Baboon Show, Antilopen Gang, Feine Sahne Fischfilet und Pascow.

Welche drei Dinge dürfen in keinem Festival-Rucksack fehlen?
Philipp:
Bei mir wären das glaube ich Wasser, Zahnbürste und Kopfschmerztabletten. Ich habe gehört, es soll diesen Sommer sehr heiß werden.
Tobias: Dito, daher würde ich die Zahnbürste gegebenenfalls gegen Sonnencreme eintauschen.
Mathias: Mein Haus und Hof-Festival ist eigentlich das Summerjam, welches ich schon seit ewigen Zeiten besuche. Jetzt einmal ein Festival von der anderen Seite zu sehen, ist schon ganz schön geil. Ich brauche auf jeden Fall Sonnencreme, Schmerztabletten und eine Sonnenbrille!

 

Interview: Diana Ringelsiep
Die ungekürzte Fassung des Interviews findet ihr auf Dianas Blog urbanlifestyletrash.com

Ihre Klamotten sind vegan, nachhaltig produziert und echte Hingucker. In diesem Jahr wird die Modedesignerin und Labelchefin Liza Sew bereits zum zweiten Mal mit einem Stand auf dem Ruhrpott Rodeo vertreten sein. Im Interview hat sie uns erzählt, wie sie zum Nähen gekommen ist und mit welcher Band sie selbst regelmäßig auf der Bühne steht.

Wie bist du zu deiner Berufung als Punk-Designerin gekommen?
Ich habe mich schon immer individuell gekleidet und mir deshalb auch das Nähen beigebracht. Die Schnitte und fertigen Teile nahmen mit der Zeit Form an und schließlich wurde ich immer öfter gefragt, ob ich „sowas“ auch verkaufe. Also habe ich der Sache einen Namen gegeben, ein Label gegründet und mein Schaffen mit einer Ausbildung zur Mode- und Mediendesignerin professionalisiert. Ich möchte coole Klamotten für coole Leute machen – nachhaltig, vegan und absolut individuell. Ich liebe es, Neues zu kreieren und freue mich unglaublich über das Feedback meiner Kunden – das treibt mich wirklich an! Vor knapp einem Jahr habe ich mich dann von meinem 12m²-Arbeitszimmer verabschiedet und eine Ladenwerkstatt im niederbayerischen Landshut eröffnet. Dort lässt es sich viel besser arbeiten und freitags können die Leute zum Einkaufen und Quatschen vorbeikommen.

Wie entstehen deine Designs und Motive, woher nimmst du deine Ideen?
Mir schwirren so viele Ideen im Kopf herum, doch die Zeit wird wohl nie reichen, um alle in die Tat umzusetzen. Meine Designs folgen mittlerweile einer eigenen Linie. Diese Stilmittel lassen sich in verschiedensten Kleidungsstücken oder Accessoires umsetzen – von der Schnittführung über die Art der Verzierungen bis hin zur Stofflichkeit und Materialität. Bei meinen Shirt-Designs lasse ich mich vor allem von traditionellen Tattoomotiven inspirieren. Zunächst überlege ich mir ein Thema für das Shirt. Dabei werde ich von Dingen beeinflusst, die gerade in der Welt passieren und mich beschäftigen. Dann mache ich ein paar super hässliche Skizzen und fange an, die Idee auszuarbeiten. Das dauert dann ein bisschen, aber kann sich am Ende meist sehen lassen.

Nachhaltig, vegan & einzigartig

Worauf achtest du bei der Produktion deiner Teile besonders?
Ein Kleidungsstück, das man in den gängigen Läden kaufen kann, fliegt für die verschiedenen Fertigungsprozesse um die halbe Welt. Daher ist mir das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Zum Beispiel werden meine Reißverschlüsse extra in Deutschland und die Siebdrucke direkt in der eigenen Werkstatt angefertigt. Außerdem verarbeite ich keine Materialien tierischen Ursprungs wie Leder, Seide, tierische Wolle oder Horn. Und ich achte darauf, die Stoffe aus zertifizierten Färbereien zu beziehen. Viele merken gar nicht, dass das Leder meiner Portemonnaies oder Gitarrengurte nicht „echt“ ist. Die Hauptsache ist doch, dass die Teile was aushalten und eine schöne Haptik haben – daher bevorzuge ich schöne schwere Stoffe. Ich möchte Lieblingsteile anbieten, fernab von Mainstream und Massenproduktion. Meine Teile sind von Grund auf handgefertigt und in jedem einzelnen steckt eine Menge Liebe zum Detail.

Welche Rolle spielt Punk in deinem Leben?
Ich bin schon immer so gewesen wie ich bin. Im Kindergarten war ich zwischen 30 Prinzessinnen das einzige Cowgirl und schon in der Grundschule habe ich angefangen, Punkrock zu hören. Ich liebe es, auf kleine Konzerte zu gehen und kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie es wäre, Mainstream-Musik zu hören. Am liebsten mag ich schwitzige Kellerkonzerte, da ist die Stimmung oft am besten. Wenn ich mal nicht arbeite, bin ich am liebsten mit meiner Band Rather Raccoon unterwegs. Ich spiele Bass, singe und schreibe auch manchmal Songs. Durch die Band und das Klamotten-Label lerne ich viele gute Leute kennen. Ich mag dieses Miteinander am Punk. Es gibt einem die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe.

Fangirl-Vorfreude

Letztes Jahr warst du ja bereits mit einem Stand auf dem Rodeo vertreten – was hat dir besonders gut bei uns gefallen?
Das war tatsächlich mein erster Festival-Stand überhaupt. Es war super, das Wetter war Bombe und die Leute und die Stimmung sowieso. Ich mag das Festival total gerne und war auch zuvor schon öfter da. Das Line-Up ist einfach immer super – wobei ich davon am Stand leider nicht so viel davon mitbekommen habe. Aber ich habe richtig nette Leute kennengelernt und mir kurz Fehlfarben angeschaut.

Worauf freust du dich dieses Jahr am meisten?
Ich freue mich auf das gesamte Wochenende mit super Leuten, mega Musik und toller Stimmung. Und wo wir gerade bei Bands sind: Ich bin quasi ein Fangirl der Baboon Show und freue mich natürlich schon darauf, die vier bei euch wiederzusehen. G.B.H., Dwarves, Svetlanas und Bad Manners schau ich mir aber auch immer gerne an. In diesem Sinne: Kann losgehen!

Interview: Diana Ringelsiep

Sie gehören zu den Urgesteinen unter den Melodic-Punk-Bands und blicken mittlerweile auf 27 Jahre Bandgeschichte zurück: No Fun At All. Zehn Jahre nach ihrem letzten Album erscheint kommende Woche nun die neue Platte „GRIT“, mit der die Schweden im Sommer auch auf dem Ruhrpott Rodeo aufschlagen werden. Sänger Ingemar Jansson hat mit uns über den neuen Sound der Band und sein deutsches Lieblingsessen gesprochen.

 
Foto: Jon Alexandersson

No Fun At All gibt es mittlerweile seit fast 30 Jahren. Was ist dir rückblickend in besonderer Erinnerung geblieben?
Einen der schönsten Momente erlebten wir gleich zu Beginn unserer Karriere, im Jahr 1994, als wir Pennywise in einem kleinen Club namens Kafé 44 in Stockholm supportet haben. Der Laden war auf ca. 150 Leute ausgelegt, doch draußen standen an die 400 Kids auf der Straße. Also fragten uns die Jungs von Pennywise, ob wir bereit wären, einen Double-Gig zu spielen und wir sagten: „Hell, yes!“ Wir ließen die ersten 200 rein und der Club platzte aus allen Nähten. Die Show war der Wahnsinn. Als wir fertig waren, machten die nassgeschwitzten Leute Platz für die nächsten 200 und wir spielten das komplette Konzert noch mal. Das war eine verrückte Nacht.

Vor einem Jahr habt ihr euren Fans zwei neue Bandmitglieder vorgestellt. Woher kanntet ihr Fredrik und Stefan und wie kommt ihr mit dem neuen Line-up zurecht?
Stefan kannten wir bereits durch seine alte Band Atlas Loosing Grip, mit der wir einige Male zusammen auf Tour waren. Fredrik kannten wir hingegen nicht persönlich, lediglich seine vorherigen Bands waren uns ein Begriff: Twopointeight, Fas 3 und Knivderby. Die neue Zusammensetzung funktioniert wirklich gut und fühlt sich richtig an. Stefan und Fredrik sind großartige Musiker, die absolut wissen, was sie tun.

Neuer Sound

Zehn Jahre nach „Low Rider“ erscheint am 13. April 2018 euer neues Album „GRIT“, das von Millencolin-Gitarrist Mathias Färm produziert wurde. Was macht einen guten Produzenten aus und wie würdest du den Sound der neuen Platte beschreiben?
Ein guter Produzent kann hören, wohin eine Band möchte und erweckt diesen Sound zum Leben. Die Zusammenarbeit mit Mathias hat die ganze Zeit über unglaublich viel Spaß gemacht. Er ist ein lustiger Typ, wir kennen uns mittlerweile schon über 20 Jahre. Mit seiner Hilfe haben wir einen komplett neuen Sound geschaffen – „GRIT“ klingt zwar noch immer nach No Fun At All, doch insgesamt ist das Album anspruchsvoller als seine Vorgänger.

Im Juli werdet ihr auf dem Ruhrpott Rodeo spielen. Mit welchen Gefühlen siehst du als Sänger großen Shows wie dieser entgegen?
Die größte Herausforderung ist es, als Band die riesige Hauptbühne zu füllen. Doch was das angeht, habe ich Glück – meistens stehe ich an einem Fleck, während die anderen die ganze Zeit über herumlaufen müssen. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr. Touren gehört zu den besten Dingen überhaupt im Leben.

Tourbus-Aroma

Was genau macht das Tourleben denn zu einer so großartigen Sache und gibt es auch etwas, das nicht ganz so toll ist?
Es gibt einfach nichts Besseres als jeden Abend für andere Leute zu spielen, die deine Musik lieben. Aber auch das Reisen an sich macht sehr viel Spaß. Wir lernen ständig neue Menschen kennen, kommen an spannende Orte und essen interessante Dinge. Was will man mehr? Bloß der Gestank der fauligen Bühnenklamotten dürfte für meinen Geschmack etwas weniger penetrant sein.

Und zum Schluss: Verrate uns bitte, was du in Deutschland am liebsten isst, wo du am liebsten bist und welche Band dir am besten gefällt.
Ich liebe alles mit Knödeln, bin gerne in Berlin und mag Kraftwerk.

Interview: Diana Ringelsiep

 

Als Dick York und Vom Ritchie 2009 die Band Cryssis gründen, kennen sich die beiden Engländer fast zwei Jahrzehnte. Vom trommelt damals schon seit zehn Jahren für Die Toten Hosen, dennoch ist Cryssis mehr als bloß ein Nebenprojekt. Im Interview erinnert sich Sänger Dick York an die Anfänge ihrer Freundschaft zurück und versucht, seine Vorfreude aufs Ruhrpott Rodeo in Worte zu fassen.


Foto: David Young

Gerade erst ist euer drittes Album „1976” erschienen. Was hat der Titel zu bedeuten?
Für Vom und mich war es das Jahr, in dem der Punkrock in England explodierte. Wir waren total besessen von Musik und plötzlich gab es so viele neue Bands – es war fantastisch. Andererseits war es für England auch ein Jahr der politischen Unruhen, die auch meine Zukunft in ein anderes Licht rückten. Düstere Zeiten, in denen wir für den Moment lebten, was dem Punkrock noch mehr Bedeutung verlieh. Damals schrieb ich auch meinen ersten Song. Rückblickend änderte sich 1976 alles.

Kennengelernt habt ihr euch in den frühen Achtzigern. Welche Erinnerungen verbindest du mit dieser Zeit?
Ich spielte damals bei Sta Prest, einer erfolgreichen Mod-Revival-Band, die eigentlich bloß Punk-Power-Pop machte. Als die Band sich auflöste, brauchte ich einen neuen Drummer. Da erinnerte ich mich an einen großartigen Schlagzeuger namens Vom, der mir bei einem Konzert der Miracle Babies aufgefallen war. Kurz darauf setzten wir uns zusammen und gründeten die Band Cry Dyaan, aus der viele Jahre später Cryssis wurde.

Lebenslänglich

Das muss dann wohl 2009 gewesen sein, als Vom dich anrief, um eure alte Band zu reaktivieren. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit zehn Jahren Schlagzeuger bei Die Toten Hosen – hat dich das beunruhigt?
Wenn Vom und ich zusammen Musik machen, liegt Magie in der Luft – das war schon immer so. Also traf ich mich damals mit ihm, um ein paar alte Songs zu spielen. Denn selbst wenn es bei einem einmaligen Treffen geblieben wäre, hätten wir eine gute Zeit zusammen verbracht. Doch als wir uns trafen, war es schlichtweg keine Option mehr, es dabei zu belassen. Das war die Geburtsstunde von Cryssis. Die Toten Hosen sind eine großartige Band, mit der Vom eine brillante Karriere hinlegt. Doch Cryssis ist mehr als nur ein Nebenprojekt, es ist ein Lebensgefühl.

Kannst du dieses Lebensgefühl in Worte fassen?
Wir sind wirklich gute Freunde, deren gemeinsame Leidenschaft es ist, Songs zu schreiben, aufzunehmen und zu performen. Als wir dann auch noch Thommy Schneider und Trip Tom trafen, fühlte sich das wie Schicksal an. Cryssis ist eine Art Club mit lebenslanger Mitgliedschaft. Wir genießen es einfach, Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam Musik zu machen. Die Einladung zum Ruhrpott Rodeo ist daher eine ganz besondere Ehre für uns. Wir können es kaum erwarten und planen die Party schon jetzt.

Party unter Freunden

Ich habe euch bereits zweimal im Essener Anyway gesehen. Der Laden ist sehr klein, wie kommt es, dass es euch immer wieder dorthin verschlägt?
Wer fände es nicht toll, dort auftreten zu dürfen? Das Anyway ist ein fantastischer Ort und wir lieben es, dort Akustik-Sets zu spielen. Ein Cryssis-Konzert muss man sich vorstellen wie eine Party unter guten Freunden, da spielt die Größe der Venue keine Rolle. Doch die Shows im Anyway sind tatsächlich immer fantastisch.

Mit dem Ruhrpott Rodeo steht im Juli dann gewissermaßen das Kontrastprogramm an. Worauf freut ihr euch am meisten?
Wir sind tatsächlich total aufgeregt. Cryssis haben immer gehofft, eines Tages auf dem Festival spielen zu dürfen, doch es hat leider nie gepasst. Aber dieses Jahr ist es endlich soweit. Dass wir nun auch noch ein neues Album im Gepäck haben, passt perfekt. Wir können es gar nicht erwarten, den Leuten die Songs der neuen Platte vorzustellen – und natürlich freuen wir uns auch schon darauf, nach der Show mit euch anzustoßen.

Interview: Diana Ringelsiep